In der Sinsheimer Kernstadt gibt es 152 Straßen, 50 davon sind nach Männern benannt und lediglich zwei nach Frauen. Mit dem Umbau des Schulgebäudes, der Neugestaltung des Schulhofes und den sieben darauf gepflanzten Bäumen, bat sich die Möglichkeit, dies zu ändern. In Kooperation mit dem Stadtarchiv, unter der Leitung von Frau Dörrich, sollten sieben Sinsheimerinnen geehrt werden, die sich durch besonderes Engagement in verschiedenen Bereichen hervorgetan haben. Die SchülerInnen der Klasse 9b beschäftigten sich hierfür mehrere Wochen intensiv mit den Biografien von Sophie Laurop, Katharina Antony, Tina Sidler, Elisabeth Reeb, Else Schwenn, Dr. Herta Häffner-Borchert und der „Kersche“ Jule. Die Klasse analysierte akribisch historische Quellen, die vom Stadtarchiv zur Verfügung gestellt wurden und erstellten daraus detaillierte Portraits der sieben Frauen.
Am 12. Juni wurde die „Kleine Frauenallee“ in einem würdig-feierlichen Rahmen eröffnet. VertreterInnen der Stadt, Mitglieder des Landesfrauenrates und Frauentreff, Familienangehörige sowie die Schulleitung, LehrerInnen und SchülerInnen haben sich hierfür an der KRS eingefunden. Bei der Einweihung hoben sowohl Bürgermeister Marco Siesing als auch Dagmar Digruber (Geschäftsführerin des Landesfrauenrates Baden-Württemberg) die Wichtigkeit des Projekts für die Erinnerungskultur und für die Sichtbarkeit von Frauen im Stadtbild hervor. Die SchülerInnen präsentierten ihre umfangreichen Frauenportraits, die ab sofort über einen QR-Code, der vor den einzelnen Bäumen angebracht wurde, abgerufen werden können. Außerdem ist die „Kleine Frauenallee“ auch Teil des Projekts „Frauenerinnerungsorte“ und somit auf einer interaktiven Karte vertreten, die Stätten, Denkmäler und Straßen zeigt, die Frauen gewidmet sind. Die beteiligten SchülerInnen der KRS haben durch die Erstellung dieses Denkmals nicht nur den Umgang mit historischen Quellen gelernt, sondern auch ihren Teil dazu beigetragen, um das Ungleichgewicht in der Sichtbarkeit von Frauen, auszugleichen.




